Das TRUE-Talents – Projekt der School for Talents brachte vierzehn Studierende des Masters Integrated Urbanism and Sustainable Design (IUSD) und des Masters Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart sowie Einwohnerinnen und Einwohner einer informellen Siedlung in Kapstadt, Südafrika, zusammen, um während eines „COMMUNITY WORKSHOPS“ empirische Feldforschung und kollaboratives Lernen zu betreiben. Diese bereichernde Erfahrung wurde in Partnerschaft mit der südafrikanischen Nichtregierungsorganisation Violence Prevention through Urban Upgrading (VPUU) organisiert und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert.
Der Community Workshop mit dem Titel "CO-PRODUCTION OF SPATIAL INTERVENTIONS" wurde am 28.10.2024 mit Vorträgen von Expertinnen und Experten an der University of Cape Town (UCT) eröffnet, welche den Studierenden eine theoretische Grundlage zu den spezifischen Herausforderungen informeller Siedlungen in Kapstadt vermittelten. Weitere Einblicke in die Thematik des Workshops wurden durch Expertenvorträge von VPUU gegeben, in denen die Projektverantwortlichen der NGO ihre innovativen Ansätze zur Gewaltprävention durch koproduzierte städtebauliche Aufwertungsmaßnahmen in informellen Siedlungen vorstellten. Mit diesem Wissen ausgestattet, wagten sich die Studierenden in Begleitung von Mitarbeitenden der NGO in eine informelle Siedlung, um ihr Wissen durch direktes Engagement mit Bewohnerinnen und Bewohnern zu vertiefen.
Die TRUE-Talents-Studierenden führten Fokusgruppendiskussionen mit ausgewählten Bewohnerinnen und Bewohnern einer informellen Siedlung durch. Hierbei erhielten sie wertvolle Einblicke in verschiedenste erfolgreich realisierte Projekte, wie beispielsweise gemeinschaftlich organisierte soziale Infrastruktur, Abfallmanagement, Lebensmittelanbau und digitale Vernetzung. Bei Führungen durch die Siedlung lernten die Studierenden die räumliche und soziale Struktur vor Ort kennen und konnten sich von den positiven Auswirkungen der gemeinschaftlich organisierten Projekte überzeugen. Auf der Grundlage dieser ersten Beobachtungen führten die Studierenden am nächsten Tag strukturierte qualitative Interviews mit Angehörigen der Siedlung durch. Diese Interviews vermittelten ein detailliertes Verständnis der Prioritäten und Herausforderungen der Gemeinde und bildeten die Grundlage für eine datengestützte Analyse der Projekte und ihrer Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner. In den folgenden Tagen analysierten die Studierenden ihre Ergebnisse und erweiterten ihr Wissen durch zusätzliche Recherchen, Projektbesuche und Fachvorträge.
Der Community Workshop endete am 02.11.2024 in einer lebhaften Feedback-Sitzung zum Abschluss der Forschungswoche, in der die Studierenden ihre Erkenntnisse der Gemeinde präsentierten und offene Fragen im Dialogformat auf Augenhöhe mit Bewohnerinnen und Bewohnern diskutierten. Dieser Dialog unterstrich die Bedeutung der Validierung von Feldforschung mit lokalen Vertreterinnen und Vertretern und stärkte den kooperativen Geist des Workshops. Bei einer Reflektion des gesamten Workshopprozesses wurde die Effektivität des immersiven, partizipativen Forschens und Lernens deutlich. Der Workshop vertiefte das Verständnis der Studierenden für die städtischen Herausforderungen im Globalen Süden und förderte einen konstruktiven, transdisziplinären Austausch zwischen verschiedensten Akteuren und Interessengruppen.